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Ansprache von Botschafter Wu Ken anlässlich des Studentenaustausches zwischen Qinghua-Universität und Universität St. Gallen
2012/02/09

Liebe Studentinnen und Studenten,

liebe junge Freunde,

zuerst begrüße ich die Studentinnen und Studenten aus Qinghua-Universität und Universität St. Gallen herzlich in meine Residenz. Mit Freude habe ich erfahren, dass das Austauchprogramm zwischen Ihren beiden Universitäten gut läuft. Studentenvertreter aus Uni St. Gallen besuchten China im letzten Jahr. Jetzt findet schon der Gegenbesuch in der Schweiz statt. Ich hoffe, dass Sie als die Programmteilnehmer aus beiden Universitäten diese Gelegenheit benutzen, sich gegenseitig kennenzulernen, voneinander zu lernen, die Meinungen offen auszutauschen und die Freundschaft anzuknüpfen bzw. zu befestigen. Jetzt möchte ich Ihnen kurz einen Überblick über die Beziehungen zwischen China und der Schweiz geben:

Geographisch sind China und die Schweiz sehr weit entfernt, aber die Freundschaft zwischen beiden Nationen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Schweiz zählt zu den ersten westlichen Ländern, die zuerst mit dem neuen China diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Seitdem haben sich die bilateralen Beziehungen im Grossen und Ganzen reibungslos entwickelt. Das gegenseitige politische Vertrauen verstärkt sich kontinuierlich. Besuchsaustausch auf hochrangiger Ebene ist intensiv, verschiedene Dialogs- und Konsultationsmechanismen funktionieren zügig. In den Vereinten Nationen sowie in anderen internationalen Organisationen und bei internationalen Angelegenheiten pflegen China und die Schweiz auch gute Koordination und Kooperation. Schrittweise erweitert sich die bilaterale Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit. Mit einer Zuwachsrate von 50% stellte das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2011 einen neuen Rekord von über 30 Mrd. US-Dollar auf. Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen China und der Schweiz schreiten gut voran, die Schweiz könnte wahrscheinlich das erste europäische Land sein, das mit China ein Freihandelsabkommen abschliessen würde.

Besonders nennenswert ist die Dynamik des beiderseitigen Personenaustausches. Im Jahr 2011 haben knapp 400 Tausend chinesische Touristen die Schweiz besucht. Mehr als 70 Tausend Schweizer reisten nach China. Im November wurde in Universität Genf das erste Konfuziusinstitut in der Schweiz eröffnet. Uni Zürich und Uni Basel haben bereits die Vorbereitungsarbeit zur Gründung von zwei weiteren Konfuziusinstituten aufgenommen. Jedes Jahr tauschen die chinesische bzw. schweizerische Regierung 30 bis 50 Studenten aus. Stipendiumskommission Chinas finanziert jährlich über 100 chinesische Doktoranden bei Ihrer Doktorarbeit in der Schweiz. Schweizerische Universitäten und Hochschulen sind sehr engagiert und haben inzwischen schon knapp 60 Partnerschaften mit chinesischen Hochschulen abgeschlossen.

Die gute Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit hat den gemeinsamen Bemühungen beider Seiten zu verdanken. In dieser Hinsicht spielen diplomatische Vertretungen, vor allem Botschaft und Konsulat, eine wichtige Rolle. Die chinesische Botschaft in der Schweiz vertritt die Interessen Chinas und ist zuständig für die bilateralen Beziehungen. Damit meine ich die Förderung der bilateralen politischen Beziehungen und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft und Handel, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Technologie, Militär und Personenverkehr. Dazu kommen noch konsularische Angelegenheiten, z.B. Erteilung von Visa und Pässen, Beglaubigung und Legalisation sowie Konsularschutz für alle Chinesen in der Schweiz. Angesichts des vermehrten gegenseitigen Besuchsaustausches verbessert unsere Botschaft stets unser Service und setzt das Prinzip „dem Volk dient die Diplomatie" in die Praxis um, um Personenverkehr zwischen beiden Ländern zu erleichtern.

Liebe junge Freunde,

Zusammenarbeit in Bildungswesen und Austausch zwischen Jugendlichen gelten als wichtige Bestandteile der chinesisch-schweizerischen Beziehungen. Ihre Entwicklung spiegelt in einigem Maß auch wider, wie ein offnes China immer enger mit der Welt verbunden ist. Und die Wünsche von China und der Welt, sich gegenseitig kennenzulernen, vermehren sich. Die Jugendlichen sind die Hoffnung eines Landes. Der Austausch zwischen Jugendlichen ist wichtig für die Zukunft der bilateralen Beziehungen. Ich möchte an dieser Stelle Ihnen ein paar Worte bzw. Erwartungen mit auf den Weg geben:

Erstens, es ist wichtig, die fortschrittlichen Erfahrungen und Zivilisationsfrüchte des anderen Landes zu lernen. Die Schweiz verfügt über reiche Ressourcen der wissenschaftlichen Forschung und Bildung. Die Schweiz ist führend im Bereich von Maschinenbau, Biomedizin, Energieeffizienz und Umweltschutz, Bio-Landwirtschaft, Finanzen und Versicherungen, usw. China beschleunigt gerade den Strukturwandel der Volkswirtschaft. China und die Schweiz können sich gut ergänzen und haben enorme Zusammenarbeitspotentiale. Jugendliche sollten durch Austausch die Stärke des jeweiligen Landes entdecken und das Gelernte in die Praxis umsetzen, um den beiden Ländern und den beiden Völkern zu dienen.

Zweitens, Sie sollten von sich aus die Initiative ergreifen und sich für die Freundschaft und die Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz einsetzen. Ich stimme den Leitgedanken von Asian Culture Transfer Program "Offenheit, Toleranz, Austausch, Kooperation" zu, transnationaler Austausch und gegenseitiger Besuch sind nie Einbahnstrasse. Sie sind Bereicherung für die eigenen Erkenntnisse und Lebenserfahrungen, sie machen uns offener und toleranter, sie fördert unser Verständnis für fremde Länder und fremde Kultur. Sie können auch die Vorurteile und Missverständnisse, die auf unterschiedlichen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gründen basieren, abbauen. Ich hoffe, dass die Programmteilnehmer, die in China gewesen sind, ihren Freunden und Bekannten von ihren Erlebnissen in China erzählen und ein reales China-Bild zu vermitteln. Die chinesischen Studenten können auch ihren Beitrag leisten, indem sie ihren schweizerischen Studienkollegen über die neuste Entwicklung in China informieren.

Die Universität Qinghua ist eine der ältesten und berühmtesten Universitäten Chinas. Die Universität St.Gallen mit den Masterstudiengängen in Management und Volkswirtschaftslehre geniesst europaweit guten Ruf. Als Hochqualifizierte werden Sie im Berufsleben noch wichtige Aufgaben und Verantwortungen auf sich nehmen. Ich hoffe, dass diese Besuche für Sie einen Anfang bilden, auf einem Weg zum besseren Kennenlernen und zur besseren Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz in Zukunft.

Zum Schluss wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg zum Studium!

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