In den letzten Tagen haben manche Medien der Schweiz
über den Fall der sogenannten Tibet-Fahne
beim Seenachtfest in Rapperswil berichtet und das Verhalten
des Konsulbeamten des chinesischen Generalkonsulats in
Zürich attackiert. Aus den Berichten hat die
chinesische Botschaft festgestellt, dass die Medien den
Hergang dieses Falls nicht gut kennen, so dass man einige
Punkte in den Berichten finden kann, die von den Tatsachen
abweichen. Aus diesem Grunde gibt die chinesische Botschaft
in der Schweiz folgende Erklärung
bekannt:
Vom 8. bis 10. August wurde das
Seenachtfest Rapperswil 2003 veranstaltet. 27 lokale Vereine
haben jeweils einen Stand für ein bestimmtes Land und
verkaufen Spezialitäten aus diesem Land,
einschliesslich eines Standes für China. Dazu hat auch
das chinesische Generalkonsulat in Zürich
notwendigen Beitrag geleistet. Am Mittag vom 8.
August hat das Generalkonsulat bemerkt, dass das Programm
von diesem Fest auch Tibet als ein Land
bezeichnet und die sogenannte Staatsflagge von
Tibet beinhaltet. Der Stand für Tibet befindet sich
direkt neben dem für China. Unser Generalkonsulat hat
das Organisationskommitee telefonisch kontaktiert und darauf
hingewiesen, dass diese Handlung vom Organistionskommitee
dem Standpunkt der schweizerischen Regierung in bezug auf
die Tibet-Frage widerspricht. Das Generalkonsulat hat dabei
auch den Wunsch ausgedrückt, dass das
Organisationskommitee diesen Fehler korrigieren und
notwendige Massnahmen treffen sollte, um das Erscheinen der
Tibet-Fahne während dieses Fests zu
vermeiden. Das Organisationskommitee hat später dem
Generalkonsulat mitgeteilt, dass dieser Fall gelöst
sei. Es werde während dieses Fests keine
Tibet-Fahne gehissen. Aber der Fehler auf dem
Festprogramm könne aus Zeitmangel nicht mehr korrigiert
werden, das würde das Organisationskomitee in Zukunft
beachten.
Am 10. August hat ein Konsul unseres
Generalkonsulats zwei Tibet-Fahnen bei dem Stand
für Tibet gesehen und den Beamten vom
Organisationskommitee sofort informiert und gewünscht,
sein Versprechen einzuhalten. Aber der Beamte lehnte es
mehrmals unter einem Vorwand ab. Unter diesen Umständen
sagte unser Konsul vom Generalkonsulat, wenn das
Versprechen nicht verwirklicht werden könnte,
würden wir die chinesische Staatsflagge abmontieren.
Dann hat der Beamte einen Mitarbeiter des
Organisationskomitees vor Ort geschickt, und der Stand
für Tibet hat die Fahnen abgemontiert. Der Stand
für China aber zeigte dafür Unverständnis und
montierte auch die chinesische Fahne ab. Um den Fall auf
geeignete Weise zu lösen, hat unser Konsul nicht darauf
bestanden, dass die chinesische Fahne wieder gehissen
wird.
Es ist zweifellos bedauerlich, dass ein
solcher politischer Fall während einer Veranstaltung
des Kulturaustausches passiert ist. Es ist nicht schwer
abzulesen, wer diesen Fall absichtlich verursacht
hat. Die Tibet-Fahne, nämlich die Fahne mit
Schneelöwen ist die sogenannte Staatsflagge der
Exilregierung von Dalai Lama und stellt ein Symbol der
sogenannten Unabhängigkeit Tibets dar. Dass
die Tibet-Fahne neben der chinesischen
Staatsfahne hängt und Tibet als ein Land bezeichnet
wird, verletzt die Souveränität Chinas und
widerspricht dem Standpunkt der schweizerischen Regierung,
dass Tibet ein Teil des chinesischen Territoriums
ist. Darum hat unser Konsul interveniert.
Er hat als Konsul die Aufgabe der Verteidigung der
Souveränität und territorialen Integrität des
Landes wahrgenommen. Während des ganzen Vorgangs hat er
nur das Organisationskomitee daran erinnert und ermahnt,
sein Versprechen einzuhalten. Sein Verhalten entspricht
seiner Eigenschaft als Konsul.
Es ist eine von
der internationalen Gemeinschaft allgemein anerkannte
Tatsache, dass Tibet seit jeher ein unabtrennbarer
Bestandteil des chinesischen Territoriums ist. Die
chinesische Regierung schätzt die Haltung der
schweizerischen Regierung sehr ein, an dem
Standpunkt festzuhalten, dass Tibet ein Teil des
chinesischen Territoriums ist. Angesichts der Tatsache, dass
manche Medien und Bürger von der Schweiz wenig
über die Geschichte und Gegenwart Tibets informiert
sind, ist die chinesische Botschaft bereit, sich zu
bemühen, Gedanken mit ihnen auszutauschen, damit man
mehr über den tatsächlichen Entwicklungsstand in
Tibet wissen kann. Es soll vermieden werden, dass die
Tibet-Frage von manchen Leuten mit politischer Absicht
benutzt wird, dass die zügige Entwicklung der
bilateralen Beziehungen zwischen China und der Schweiz
gestört wird.